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Donnerstag, 5. Dezember 2013

Homosexualität in Uganda


Einige von euch werden sich vielleicht erinnern, bereits vor längerer Zeit habe ich über Schwulenhass in Uganda berichtet.
Zu eben diesem Thema wurde nun ein Film produziert. In diesem Zusammenhang gab der Autor ein Interview und beschreibt die Situation für Schwule in Uganda näher. Ein sehr interessantes Interview, welches in vielen Punkten meine Erfahrung trifft und absolut empfehlenswert ist.
Es wird nicht nur über Politik, die gefolgschaft der Bevölkerung und die Rolle von Geld geredet, sondern vor allem die Rolle evangelikaler Kirchen kritisch beleuchtet.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Engineering auf afrikanisch

 

Flexible Kupplung benötigt?
Man nehme einen abgfahrenen Autoreifen, ein paar Schrauben, ... und Bitteschön!





Aerodynamisch geschlitzter Tuningreifen mit optimierter Innenbelüftung




Es ist ein Loch zu stopfen?
Zündkerzen funktionieren auch als Pfropfen.




 Akkuschrauber Akku leer,
Motorrad Batterie muss her.




Mit ner Sicherung auf Nummer sicher




Zum Glück war hier eine Kabel-Befestigungs-Schraube vorgesehen




 Man erinnere sich:
Bereits 2% Verschattung eines Solarpanels können 70% Leistungseinbuße bedeuten




 Chinesisches Hightec Lager mit mehrteiligem Außenring, extra breiter Laufbahn am Innenring, assymetrisch geformen Kugeln und flexiblem Käfig für "extra runden Lauf"


 
 

Montiereisen, Schraubenschlüssel und Stöckchen in Kombination mit Gummiband, Kabelbinder und Draht geben nicht nur ein klasse Kunstwerk ab, sondern helfen auch müden Stahlrohren auf die Beine




Die neuste Generation des Seeger Rings, auf verschiedene Wellendurchmesser flexibel anpassbar

Montag, 13. Mai 2013

Ordnung muss sein


Vor einigen Tagen war ich unterwegs in die Innenstadt als mir eine nette Frau vom Straßenrand aus zuwinkte. Die elegant in weiß gekleidete Dame mit der Aufschrift „Police“ wollte wohl mit mir reden. Sogleich teilt mir diese auch den Grund für ihr gewecktes Interesse mit. Ich bewege mich auf einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung. Nachdem ich auf der Seite geparkt habe fährt sie auch sogleich fort “Muzungu (Weißer) du gehst jetzt ins Gefängnis“. Voll Schuld geladen erwidere ich schlechten Gewissens getrieben „wenn das die offizielle Strafe ist, kein Problem – ich bin ja offensichtlich in die falsche Richtung gefahren“. Anschließend lege ich zuerst einmal demonstrativ Helm und Jacke ab und mache es mir auf der Bordsteinkante bequem um zu zeigen, ich habe Zeit. Einige Zeit vergeht, wir wiederholen diese Konversation mehrmals, zwischenzeitlich werde ich beiseite sitzen gelassen während weitere Matatus kontrolliert werden.

Tatort: Buganda Road, Kampala, Uganda
Nach rund fünfzehn Minuten werde ich in ein wartendes Matatu gerufen und mir wird ein Sitz angeboten. Zuerst unterhalten wir uns nochmal über das Gefängnis, dann wird die Frage erörtert wie die Situation nun wohl zu lösen sei. Endlich kommt die lang erwartete Frage: „Muzungu wie viel Geld hast du?“ Mit entschuldigendem Unterton antworte ich, leider nur 10.000 Shilling (~3€). Anschließend erklären mir die Polizisten, dass sie nur nett sein und mir helfen wollen, mit 15.000 Shilling könnten sie mich vor großen Problemen bewahren. Selbstverständlich bin ich überglücklich auf so nette Polizisten zu treffen und ich antworte erfreut „wenn das die offizielle Strafe ist, sehr gerne. Sie sollen mir doch bitte einen Strafzettel geben damit ich den Betrag begleichen kann“. Leider haben die armen Polizisten die Strafzettel zu Hause vergessen. Auch mein Hinweis sie sollen doch ihre Kollegen um einen Strafzettel bitten hilft nicht weiter. So wiederholen wir dieses Gespräch noch einige weitere male. Nachdem die Polizisten mich wiederum einige Minuten alleine gelassen haben kommen sie zurück und geben die Anweisung „Muzungu du gehst in diese Richtung“.
Nach diesem Zusammentreffen war ich tagelang  erfolglos auf der Suche nach dem Einbahnstraßenschild, bis Annika mich aufklärte. Einbahnstraßen werden in Kampala im Radio verkündet  – leider hat mein Gefährt kein Radio.


Hintergrund:
„Offizielle Strafzettel“ werden in Uganda nicht bar, sondern per Banktransfer beglichen. Ursprünglich sollte dies wohl Korruption verhindern. Der tatsächliche Effekt ist jedoch, dass Poizisten keinen Grund sehen Strafzettel auszustellen wenn sie nicht auch ein Stück vom Kuchen ab haben können
Ebenso erwähnt werden muss, dass ugandische Polizisten oft schlecht ausgebildet und noch viel schlechter bzahlt sind. Viele leben in heruntergekommenen, von der Regierung gestellten Unterkünften und können kaum überleben ohne „zusätzliche Einkünfte“. Nur diese Tatsache bedenkend wird schnell deutlich woher die geringe Loyalitaet der Polizisten kommt und dass dieses Problem hausgemacht ist.
Transparency International listet Uganda auf Platz 130 von insgesamt 174 Ländern in der Liste der korruptesten Länder weltweit.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Bescherung


Stolze Huhnbesitzer
Der letzte Tag im CREEC Office und gleichzeitig der Start in die Weihnachtsferien sollte Mittwoch der 19.12 sein.
Bereits einige Tage zuvor wurde eine Weihnachtsüberraschung angekündigt. Sogleich gab es bei CREEC mehrere Ideen was die Überraschung sein könnte, welche von mir jedoch alle als Gerüchte abgetan wurden.
Punkt 15 Uhr versammelte sich das ganze CREEC Team um einigen Worten unserer Chefin und der einzelnen Bereichsleiter zu lauschen. Neben einem Jahresrückblick und Lob für das Erreichte, gab es auch einen Ausblick in das neue Jahr.
Endlich kommt der Tagesordnungspunkt auf den alle warten, die Überraschung wird angesprochen. Wir werden in den Master Classroom der Uni geführt, wo rund zwanzig vollgepackte Taschen warten. Für jeden Mitarbeiter wurde ein Weihnachtspacket, bestehend aus einem MWOTO stove, einer Solar Lampe, einer Packung Reis, Zucker und Fleischbrühe, zusammengestellt.

Feuerholz für den MWOTO
Das war jedoch noch lange nicht alles, die andere Hälfte des Geschenks musste außerhalb, von einem weißen Lieferwagen in Empfang genommen werden. Das von mir verneinte Gerücht sollte sich bestätigen. Der Lieferwagen war vollgepackt mit Hühnern und Eiern. Zusätzlich zu der Tasche erhielt jeder einen Karton mit dreißig Eier und ein Huhn.
Das unweigerlich in einen Hühnerstall gewandelte Büro war gefüllt von aufgeregter Weihnachtsstimmung. Die Hühner wurden unter dem Schreibtisch oder in Tragetaschen verstaut, Hühnerkacke weggeputzt, Holz für den MWOTO stove gesägt und „Zukunftspläne“ für das Huhn geschmiedet.

Entgegen anderen die schon ihre kleine Hühnerfarm vor Augen hatten, ließ ich mich von anderen Verlockungen leiten. Es bleibt jedoch zu sagen, dass der Erfolg meiner Hühnerfarm fraglich gewesen wäre, da mein Huhn ein Hahn war. 
Der Geschenketisch

Nach kurzem Überlegen wurden alle Freunde und Bekannte für den Abend 
zusammengetrommelt. Anschließend ging es mit dem Huhn in der Tasche und der Eierpalette auf der Hand einmal quer über den Campus nach Wandegeya, meiner Matatu stage. Kurzerhand war jemand gefunden der das Huhn in serviergerechte Form bringt.
Zuhause angekommen wurde sofort der Gaskocher gestartet und das große Schnibbeln für das vorgezogene Festmahl konnte beginnen. Um nur einen kleinen Einblick zu geben und eventuell etwas Neid zu wecken einen kleinen Auszug aus der Speisekarte. Der Speiseplan beinhaltete gekochtes Hühnchen zubereitet mit diversem Gemüse in Erdnusssoße, Rotkraut, einen Mix aus Kartoffeln und Reis sowie gebackene Auberginen. Nicht zu vergessen der edle Wein.


Mein Huhn





 Es war ein sehr schönes Geschenk, welches viel Spaß gebracht hat. Über diese Anerkennung von CREEC habe ich mich sehr gefreut.
Ich denke dieses, sehr herzlich zusammengestellt Geschenk hat mehr Freude verbreitet als so manche Weihnachtsprämie in Deutschland.

Donnerstag, 15. November 2012

Uganda fern von Kampala

Blick von Kassese auf die Ausläufer der Ruwenzori Berge
Vor zwei Wochen habe ich erstmalig Kampala verlassen und das ländliche Uganda kennengelernt. Zusammen mit Miriam, einer Mitfreiwilligen aus Kampala, habe ich Marie, eine weitere Mitfreiwillige, in Kasesse besucht.
Bewohner des Queen Elisabeth Nationalpark
Alleine schon den Unterschied zwischen Kampala und ländlichen Regionen zu sehen war äußerst interessant, es zeigt sich eine komplett andere Welt. Kassese liegt ganz im Westen Ugandas, nahe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und ist landschaftlich wunderschön gelegen. Einerseits die Ruwenzori Berge, andererseits der Queen Elisabeth Nationalpark beginnen direkt hinter den Stadtgrenzen.

Miriam hat zu diesem Ausflug bereits einen sehr guten Bericht geschrieben, welchen ich euch nicht vorenthalten moechte.

Mit dem Knightbus nach Kassese